Es pocht und sie öffnet / Erzähl mir Geschichten von Liva

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Es pocht an der Tür und ein Mann steht davor. Sie öffnet, weiß schon Momente zuvor, dass er dort steht. Sie grüßt ihn, nimmt ihm seinen Mantel ab und blickt ihm in die Augen. Sie kennt ihn nicht. 
Ihre Wohnung war sein Ziel und sie hat eigentlich keine Fragen. Nur eine: „Wie spät ist es?“. 
Er trägt einen silbernen Chronograph an einer langen Kette in seiner Hosentasche, zieht ihn hervor, blickt lange und schweigsam auf die Zeiger und antwortet mit tiefer Stimme: „halb 10“. 
Um zehn Uhr wollte sie eigentlich schlafen, aber sie wusste, dass es ihm wichtig war. So beginnt der Abend und sie verlängert ihre Nacht um ein paar Stunden. Es ist ihr genehm. 

Ein Backsteinhaus mit vier Stockwerken. Im fünften war schon so lange niemand mehr gewesen, dass es schon nicht mehr mit zum Haus gezählt wurde. Es existiert, doch niemand beachtet es. Ein wenig, wie eine eingeschlafene Hand, die man sieht, aber nicht spürt, mit ihr gegen Schränke und Türrahmen läuft, kurzzeitig außer Gefecht gesetzt, nur wartet, bis sie wiederbelebt wird. Ganz so auch der fünfte Stock, doch haben die meisten schon aufgegeben, dass er irgendwann wieder kribbelt und erwacht. Es schlummert, das Dachgeschoss, und mit ihm die Fragen, was sich unter den Giebeln verbergen mag. 

Dritter Stock. Nicht ganz oben, nicht zu nah zur Erde, Schwebe in der Mitte, da wohnt sie: Liva, schöne Frau. 
„Erzähl mir von ihr, beschreib sie mir!“
Flehende Bitten nach etwas Greifbarem, nach einem Bild von ihr.
„Wer ist Liva? Erzähl mir Geschichten von Liva!“
Neugieriges Verlangen nach Entmystifizierung. Und jeder, der anfängt von ihr zu erzählen, weiß insgeheim genau, dass er von seiner ganz persönlichen Liva erzählt und niemand anderes sie je zu Gesicht bekommen wird. Und so beginnt er freudig, mit klaren Augen und sehnsüchtigem Blick, warmem Herzen und ehrlichen Gefühlen, ein Lied zu singen, ein Lied von Liva, der Frau aus dem dritten Stock, die ihre Tür nie verschließt und sie öffnet, steht man davor. Liva, die Raum schafft anzukommen und stets bei sich ist. Offen und offenherzig, frei und freiheitsliebend, ruhig und Ruhe schenkend, stark und Stärke gebend. Die Kraftvolle, die Sanftmütige, die Wilde und Verträumte, die Schöne, die Fragende, die Gebende und Schätzende. 
„Sie scheint ein Wunder zu sein“, träumen diejenigen, die sie noch nicht kennengelernt haben. 
„Sie ist ein Wunder, mein“, wissen die, die sie besuchen. Sie besuchen, im dritten Stock des Backsteinhauses. 

Es pocht an der Tür und ein Mann steht davor. Sie öffnet, weiß schon Momente zuvor, dass er dort steht. Sie grüßt ihn, nimmt ihm seinen Hut ab und blickt ihm in die Augen. Sie kennt ihn, er kommt öfter. 
Sie macht ihm auf und hat heute noch niemanden anderen gesehen. Ihr macht das nichts, jetzt ist er ja da und sie freut sich auf die nächsten Stunden. 

Was er wohl heute erlebt hat? 
Mit welchem Gefühl er sich wohl heute auf den Weg zu ihr gemacht hat?
Mit welchen Fragen er heute ihre Wohnung verlassen wird? Welche ihn noch in den restlichen Tagen begleiten werden? Welche er wohl nie lösen wird und welche er sich für später aufhebt?

„Wie spät ist es?“, fragt sie ihn, ihr Blick zögernd, ihre Stimme dennoch bestimmt, die Antwort ist ihr wichtig. 
„Halb sieben“, antwortet er schüchtern, ängstlich, dass er zu spät oder zu früh ist. Es gibt keine vorher abgestimmte Uhrzeit, zu der er erscheinen darf. Jedes Mal hofft er, den richtigen Moment erwischt zu haben. 
„Sehr gut, sehr gut, tritt herein, wie schön, dass du da bist.“ 
Ein Lächeln huscht ihr über die Lippen, sanft und ehrlich. Er ist erleichtert und umso sicherer, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Er weiß, er ist nur einer von vielen, aber jetzt gerade gibt es nur ihn und sie, die Zeit und den Raum, die Wohnung, das Backsteinhaus und seine Fantasie. 
„War heute schon jemand hier?“, fragt er sie zögernd. 
„Nein, du bist der Erste. Und auch der Letzte. Heute ist ein ruhiger Tag“. 
Es freut ihn. Nicht, weil er sie nicht gerne teilt. Es freut ihn, dass er ruhig ist, dass sie da ist, dass er sicher ist, hier bei ihr und seiner Fantasie. 
In dem Zimmer sind keine Uhren die ticken und kein Ticken, dass Schweiß auf die Stirn des Mannes treibt, weil er schaffen muss. Schaffen, um es in der Gesellschaft zu schaffen, um es unter den anderen Männern in grauen Anzügen zu schaffen, um es zu schaffen, nicht unterzugehen und große Deals und dadurch sich an Land zu ziehen. 
Ein Abend beginnt und Fragen und Antworten verschmelzen. 

Dritter Stock. Nicht ganz oben, nicht zu nah zur Erde, Schwebe in der Mitte, da wohnt sie: Liva, schöne Frau. 
Die Nachbarn wissen: sie ist harmlos. Ganz im Gegenteil: fast engelsgleich, friedensschaffend. Ein Ruhepol. Und dennoch ein Mysterium. Sie haben Fragen, die sie sich nicht trauen zu stellen, die sie bloß denken und dabei aufpassen, dass sie auch dies lieber nicht zu intensiv machen - aus Angst, je konkreter sie ihre Fragen in ihren Köpfen formulieren, desto größer werde die Wahrscheinlichkeit, dass sie sie eines Tages aus Versehen laut aussprechen und damit die schöne Liva verletzen, falscher Dinge und Tätigkeiten beschuldigen, anschwärzen oder am schlimmsten noch: verschrecken und vertreiben. Jeder im Backsteinhaus mit den vier Stockwerken und dem unsichtbaren fünften, kann sich den dritten ohne sie nicht mehr vorstellen. Die freundlichen Grüße und Blicke, der warme Duft, der unter dem Türspalt hervorquillt und sich davor festzusetzen scheint: mal ist es frisch gekochter Kaffee und Kuchen, der noch im Backofen wartet. Mal ist es der frische Anschnitt von Pfingstrosen, die sicherlich ihren Nachtisch oder ihre Fensterbank schmücken. Und manchmal fragen sich die Leute, die an ihrer Tür vorbeischreiten, wieso sie ausnahmslos einen Ticken langsamer werden und ob es denn sein kann, dass heute einfach nur der Duft der Liva im Flur hängt. Dann atmen sie einmal tief ein, schütteln ihre irrationalen Gedanken ab und packen sich für ihren Weg durch den Tag den Frohsinn ein, den sie so plötzlich auf dem Treppensatz im dritten Stockwerk verspürt haben. 

„Was sie wohl macht?“, ist die eine kleine Frage, die sich durch die Gedanken eines jeden webt, der von ihr gehört hat. Wissen tun es nur die, die schon einmal bei ihr waren. 

Es ist Nachmittag. Es pocht an der Tür und ein Mann steht davor. Sie öffnet, weiß schon Momente zuvor, dass er dort steht. Sie grüßt ihn, nimmt ihm seinen Mantel ab und blickt ihm in die Augen. Sie kennt ihn nicht. 
In dem Moment huscht eine ältere Dame an den beiden vorbei und Liva sieht sie ringen, mit sich und den Fragen in ihrem Kopf. 
„Was will er bei ihr und was will oder bekommt sie von ihm?“
„Ihn habe ich hier noch nie gesehen, aber so viele andere. Ob er wohl wiederkommen wird oder nur einmal von ihr hereingelassen wird und sich die Tür danach nie wieder für ihn öffnet?“
”Wer ist Liva und was tut sie?”
Mit der letzten Frage geht sie weiter. So ist sie ihr nicht neu und begleitet sie seit dem Moment, in dem die junge Dame eingezogen ist. 

Die Männer, die allesamt vorsichtig die Tür zum Treppenhaus des Backsteinhauses öffnen, sind: groß oder klein, rund oder drahtig, meist mittelalt (um die Anfang 50) und gestresst, nicht bei sich, unsicher und grau. Graue Gedanken, graue Kleidung, grauer Mantel, grauer Hut, nichts, durch das man sich an sie erinnert. Würde die Polizei eines Tages vor der Tür stehen und fragen: „Sie waren doch gestern in der Bäckerei an der Ecke. Ein Mann mittleren Alters hat sich dort zuletzt aufgehalten, um Backwaren zu kaufen, mit denen er bei der Weihnachtsfeier des Altersheims im Nachbarort 30 Menschen vergiftet hat. Haben Sie ihn gesehen?“, so würde sich niemand an diesen Menschen erinnern, so unscheinbar und unaufgeregt ist er, würde nicht einmal in so einer skurrilen Geschichte bemerkt werden. Alles in allem traurig. 

Bis zu dem Zeitpunkt, in dem er sich auf den Weg zu Liva macht. In dem Moment, in dem er weiß, dass er heute noch an ihrer Tür stehen wird und er sich sicher ist, dass sie öffnen wird. Dann werden seine Gedanken bunt und er wird wach. Auf dem Weg zu Liva würde ihn jeder sehen. 

Wer ist Liva und was tut sie? 
Sie scheint etwas zu bieten, mit dem Trübsal verfliegt; sie scheint grau gegen bunt und traurig gegen friedlich einzutauschen. Sie scheint ein Zuhause für Fragen zu bieten und einen Hebel zum Abschalten in ihren offenen Händen zu halten. Sie lebt ohne Zeiger und ohne Ticken, keine Uhr im Nacken, lädt ein, in zeitlosen Raum, ihren Raum. Bei ihr scheint das, was sonst drückt und pikst, ferngehalten, abgefedert, weicher und erträglicher zu werden - manchmal sogar zu verschwinden. Verschwinden, so wie der fünfte Stock des Hauses.
Die Fragen im Leben der Männer sind noch da, bis sie hingehen und aufmachen, sie reinlassen und abwarten, was wohl passiert.
Die Fragen der Nachbarn bleiben, bis sie hingehen und fragen, wer sie ist und was sie macht. 

Es ist mittags. Es pocht an der Tür und die alte Dame steht davor. Sie wusste, dass diese eines Tages kommen wird. Sie, genau sie, kein anderer im Haus hat den Mut gefunden, hat sich von der Scham der eigenen Vorurteile abhalten lassen. Die Dame wusste: fragt sie Liva, was sie macht, fragt sie und geht nicht weg, so kann es sein, dass Liva sagt, was alle denken und dass der Duft, der von Liva ausgeht, nur das Glück der Männer ist, die beschwingt die Wohnung verlassen. Mal zu Mal, kein Gesicht ohne Grinsen, wenn die Tür hinter ihnen schließt. 
„Guten Tag“, grüßt die Dame. 
„Ihnen auch“, antwortet Liva. 
„Ich möchte nicht stören, haben Sie Besuch?“, tastet sich die Dame vorsichtig heran. 
„Ich hätte nicht geöffnet, wäre der Moment ungünstig“, entgegnet ihr Liva, keineswegs gehäßig, genervt oder gar unhöflich. 
„Ich heiße Ida Lundberg, ich wohne unter Ihnen, schon seit einer Weile, eigentlich schon immer. Nennen Sie mich gerne Ida“. 
„Ida, schön dich kennenzulernen, ich bin Liva, wobei du das vermutlich schon weißt. Jeder scheint meinen Namen zu kennen, mich zu grüßen und dabei zu winken, doch habe ich nie mehr als ein paar Worte mit ihnen gewechselt, teilen wir doch seit einer Weile die Flure und Treppen“.
Ida hätte sich auf den Schlips getreten fühlen und sich einen Vorwurf aus Livas Worten formen können. So hätte sie ehrlicherweise dies auch von sich erwartet, ist sie doch sonst so eine korrekte und feinfühlige Dame. Jedoch spricht Liva mit solcher Sanftmütigkeit, dass Ida keinerlei Anlass zur Sorge sozialer Fettnäpfchen oder Fehltritte sieht. 
„Ich habe eine Frage“, platzt es aus Ida heraus. 
Als Liva stumm wartend ihren Blick von Ida nicht abwendet, gibt sie sich einen Ruck und fragt mit so viel Neugierde, wie man sie sonst nur in den Augen kleiner Kinder findet: „Was machst du, Liva, was passiert, wenn die Tür hinter dir und deinem Besucher schließt?“

Liva wusste mit gleicher Sicherheit, dass es diese Frage war, die Ida seit nunmehr einer Ewigkeit mit sich herumträgt, mit der sie auch weiß, was sie zu tun hat, wenn ein grauer Mann vor ihrer Tür steht. Liva weiß auch, wie lange Ida mit sich gerungen haben muss, bis ihre Neugierde ihren Anstand über Bord warf und sie sich traute, zu klopfen und eine Antwort zu finden. Sie weiß, was jeder über sie denken mag und von welchen Vorurteilen sie sich teilweise nur mit ihrer Tür oder ihrer Selbstsicherheit in dem, was sie tut, abschirmen kann. 

„Ich könnte dir sagen, was passiert, wenn ich die Tür öffne und ein grauer Mann tritt herein. Doch ich glaube, du hast größere Freude, findest du selbst die Antwort auf deine Frage. Wecke den fünften Stock in deinem Gedächtnis auf und sieh nach. Ich bin mir sicher, du wirst es nicht bereuen.” 

Ida ist etwas erstaunt. Zunächst, weil sie erwartet hat, dass Liva sauer oder eingeschnappt reagieren würde. Sie hat ihr nichts direkt unterstellt, doch musste ihr ihre Vermutung über den Grund der täglichen Besuche der grauen Männer doch sehr klar aus dem Gesicht ablesbar gewesen sein. Und dann ist sie von sich selbst überrascht, wie sie so lange in dem Haus die Treppen hinauf- und hinabsteigen konnte und dabei ein ganzes Stockwerk vergessen hatte. Eines, welches jahrelang über ihrem Kopf existierte, ohne, dass sie je Gedanken daran verlor. Die kindliche Neugierde der alten Ida war nicht erloschen, als ihr Liva ihre Frage nicht direkt beantwortete und kein Stückchen Demut macht sich bei ihr bemerkbar, als sie sich rasch bedankt und verabschiedet, der nächste Schritt schon rauf Richtung Dachgiebel. 
Liva lehnt die Tür bloß an und bereitet alles für zwei Tassen Tee vor. Sie weiß: Ida kommt wieder. 

Auf dem Weg nach oben erwischt diese sich bei dem Gedanken, dass Liva sie vielleicht nur loswerden wollte und das Dach doch gar nicht mehr existiert. Zu lange hatte niemand mehr darüber geredet, zu oft wurde das Gesprächsthema auf das Wetter, den Alltag oder den nächsten Urlaub gelenkt. Doch bei genauerem Überlegen bemerkt sie, dass an dem Tag, als die schöne Liva in die Wohnung im dritten Stock eingezogen war, das Dachgeschoss zu verschwinden begann - Tag für Tag ein Stückchen mehr, bis es ganz eingeschlafen zu sein schien. 

Jetzt jedoch, steht sie davor und zögert keine Sekunde, der braunen Holztür einen sanften Stoß zu geben und das Licht anzuschalten. Sie weiß nicht, was sie erwartet hatte, doch etwas auf den ersten Blick so Unspektakuläres scheint fast unangemessen. Vor ihr liegt ein Raum ohne Spinnwebe, kein Staub und keine Gruselkammer. Es steht ein Sofa zu ihrer Rechten, eine Lampe daneben - die einzigen beiden Möbelstücke. Nein, da stehen fast unscheinbar, so gut passen sie an diesen Ort: Schränke. Ein, zwei, drei Reihen alter dunkelbrauner Schränke mit grüner und dunkelroter verzierender Malerei zu ihrer Linken. Sie öffnet die Türen des ersten und auch hier nichts, was sie erstaunt, erschreckt oder ekelt. Bücher. Viele feinsäuberlich geordnete Bücher, allesamt mit einem Namen und einer Datumsspanne versehen. 

Herr Eriksson, 12.04.-28.09.2010
Herr Lona, 30.10.-5.11.2015

Bevor Ida irgendwelchen Vermutungen oder Vorahnungen Raum lässt, nimmt sie sich eines der dickeren Bände heraus, setzt sich auf das Sofa, knipst die Lampe an und beginnt zu lesen. Bald darauf steht sie auf, geht zum Schrank, zieht vier weitere Bände mit unterschiedlichen Namen heraus, geht zurück zu ihrem Platz und verschlingt die Worte auf den feinen Seiten. Die nächsten Stunden spielt sich auf Idas Gesicht ein großes Schauspiel ab, bei dem ein zaghaftes Lächeln schallendem Gelächter Platz macht, woraufhin Tränen fließen und Sorgenfalten sich ausbreiten. Ida ist in den Büchern versunken und sieht die Geschichten, die sich auf den Seiten aufbauen, so nah bei sich, direkt vor sich und hält sie allesamt an sich. Es waren Geschichten geschrieben von Liva und Herr Eriksson, von Liva und Herr Lona, von Liva und einem grauen Mann, der eines Tages vor ihrer Tür stand und sich eine Welt schaffen wollte, in die er flüchten kann, hält er seine eigene nicht mehr aus. 

Ida schlägt die Bücher zu und sortiert sie wieder feinsäuberlich ein. Draußen war es inzwischen dunkel geworden, doch in ihr scheint es hell zu leuchten, sie mit Wärme zu füllen. Sie macht die Lampe aus, schließt die Tür und schreitet langsam die Treppen hinunter, bis sie im dritten Stock ankommt, wo das Licht unter dem Türspalt von Liva ihr entgegenkommt. Ida folgt leise einer ruhigen melodischen Musik und sieht die junge Frau auf ihrem Sofa sitzen, eine Tasse Tee in der Hand, eine zweite steht schon auf dem Tisch vor ihr bereit. Sie setzt sich zu ihr. Keine der beiden hat große Fragen, keine der Frauen fühlt sich Fehl am Platz. So sitzen sie da und trinken ihren Tee. So lange, bis Ida aufsteht, ihre Hand auf Livas Schulter legt und ein sanftes „Danke“ murmelt. Sie legt ihre auf die der alten Dame und hält sie fest. 
„Kommst du wieder?“, fragt sie und das erste Mal seit langem schwingt so etwas wie Erwartung und Hoffnung in ihren Worten mit. 
Mit einem Lächeln bejaht sie und verabschiedet sich - für heute. 

Es pocht an der Tür und ein Mann steht davor. Sie öffnet, weiß schon Momente zuvor, dass er dort steht.
Es pocht und sie öffnet.
Sie erfinden sich Geschichten, Geschichten mit Liva. 

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