Der Blues

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Ich hab heute den Blues und würde ihn gerne abschalten. Ich bin heute traurig und würde gerne heiter sein. Es hilft nicht zu pusten, die Wolken in meinem Kopf ziehen heute nicht weiter und die Wunde brennt nicht weniger. Und dann ziehe ich die Decke über den Kopf und lasse es zu. 

Heute bin ich traurig und strecke meine Hand aus. Es ist schön, wenn sie einer hält. Davon wird das Drücken auf der Brust nicht leichter, aber das Tuch unter mir ein wenig gespannter und bereit, mich zu tragen. 
Einer pikst mich in die Seite und ich merke, es ist der Schaffensdruck, Maßstab meines Wertes in der Welt, meine Ziele und die der Gesellschaft an mich. Ich nehm mir Zeit und den Abstand von ihm. 

Dies ist eine Ode an graue Tage, an denen die Sonne scheinen kann oder der Regen sowohl in dir, als auch an die Fensterscheibe prasseln kann. Dies ist eine Erinnerung, blöde Tage nicht einzusperren, denn sie wachsen im Käfig und übermannen dich eines Tages. Dies ist ein Zettel, den ich mir unter mein Kopfkissen lege, in der Hoffnung, mein angeschlagenes emotionales Ich findet ihn rechtzeitig. 

Ich koche mir einen Tee und schaue raus. Ich mach das Fenster auf und atme ein. Ich hab heute den Blues und lege den Arm um ihn. So fühlt er sich wohl und geht auch bald wieder. Ich flüstere ihm zu: „Zu lange halte ich dich nicht aus“ und er sagt „bald bin ich weg, keine Sorge, versprochen.“