blumen am wegesrand

In diesen Straßen bin ich aufgewachsen und wohne trotzdem gerne in Berlin.

blumen schmücken die straßen 
in denen ihre füße wachsen 
ein teil ihres selbst als keimling gesät
in dem kasten vor dem haus der fremden 

sie kommt wieder 
und wieder 
ihr ist es zu wider 
jeden frühling erhofft sie sich eine blüte in rotem gewandt 

sie pflückt 
sie pflückt 
ein strauß weißer rosen
zarte risse der knospe 

dann sprengt sie sich selbst.

taubes sehen riecht schmackhafter
nun, da du was spürst

ein schuss in den himmel 
hallen an den grenzen des universums
das zentrum deines selbst
hier wächst du auf bis du springst 
und landest: an dem fleck welt, der sich nicht
reinigen lässt 

du bist zu jung um zu weinen,
weil dein fernweh dich trägt.